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Der Tigerbericht

Zeit ist aus Stein.
Ich bewege mich zwischen ihren Gipfeln, durch ihre Täler und an ihren Abgründen entlang
und meine, sie, die Zeit, bewege sich. Sobald ich aber innehalte,
enthüllt sich das graue Antlitz der steinernen Zeit. An sie gelehnt, von ihr umstellt,
in ihr gefangen, so kauerte ich damals dort an meinem zu Glut gefrorenen Lagerfeuer,
und ich weiß nicht, ob ich atmete. Wenn ich heute die Augen schließe,
sehe ich jenes Gesicht in der Dämmerung vor mir, im Innehalten meines Lebens,
und fühle jene Augen auf mich gerichtet – prüfend und heiter,
ernst und verschmitzt, unverhüllt und klar …

“Wenn wir sprachlos genug werden, verstehen wir jede Sprache …“

“Ich übergebe Dir den Bericht meines Freundes, des Tigers, …“

DER TIGER BERICHTET:
ICH GEHE.
ICH SCHAUE. ICH WITTERE:
ICH LAUSCHE. ICH STREIFE DURCH DEN BAMBUSWALD.
ICH SCHNÜRE DURCH DAS HOHE GRAS; DIE BÖSCHUNG HINAB, ZUM BACH.

ICH BLEIBE STEHEN.
ICH BLICKE MICH UM. ICH HORCHE.
MEINE NASE JUCKT.
ICH SENKE DEN SCHÄDEL. ICH TRINKE. ICH STILLE MEINEN DURST.
ICH HEBE MEINEN KOPF.

WASSER TROPFT VON MEINEN LEFZEN IN  DEN BACH. AAAAHHHH.
ICH WENDE MICH UM.

ICH GEHE DIE BÖSCHUNG HINAUF, DURCH DAS GRAS, IN DEN WALD.

“Der Tiger tut alles, was er tut, mit uneingeschränkter Hingabe.
So tut er stets sein Bestes.
Er tut alles, was er gerade tut, so gut es ein Tiger tun kann.
Er ist gewissermaßen in jedem Augenblick seines Daseins ein optimaler Tiger.“

“Der Tiger hat keine Botschaft. Du musst genau zuhören.
Der Tiger hat mir berichtet, was er tut, und wie er es tut.
Nämlich ganz und gar. Und ganz und gar einfach. Das ist alles. Klar? „

“Der Tiger trägt nie eine Beute, die schwerer ist, als sein Körperbau ihn zu tragen befähigt.
 Er frisst nicht mehr, als für seinen Bauch gut ist.
Er erklimmt keinen Baum, der zu morsch oder zu jung wäre, um sein Gewicht zu tragen.
So verrenkt er sich niemals den Rücken, verdirbt sich nie den Magen,
bricht sich nie die Knochen bei einem Sturz.
Alles hat seine Zeit – und alles hat sein Maß.“

Der Tigerbericht, von Shunryu Suzuki-roshi
ein Hörbuch bei
www.sheema.de

der Tiger, ein Werk von Thomas A. Blume

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Ch’an / Zen, die aus dem Buddhismus stammende Schule
der Meditation. Finden Sie auf diesen Seiten
wertvolle Texte aus einer lebenden Tradition.
In unserer Schule der Kampfkunst, Meditation und Philosophie
definieren wir ch’an / zen als
Befreiung des Geistes in der Übung der Stille

Danke für Ihr Interesse und
einen guten Weg

 


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Leseproben:

Der Tigerbericht

Shikantaza

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Shikantaza - die Übung für Fortgeschrittene

Bis jetzt haben wir und darauf konzentriert, unseren Atemzügen mit unserem geistigen Auge
zu folgen und haben uns dabei lebhaft bemüht, das Einatmen wirklich als „Einatem“
zu spüren und im Ausatmen wirklich den „Ausatem“ zu spüren.
Von nun an wollen wir diese Übungsweise aufgeben und Shikantaza üben.
Zwar ist es weder üblich noch wünschenswert, in der Praxis die verschiedenen Übungsmethoden
 zu schnell zu wechseln. In dieser einführenden Vorlesung geht es jedoch auch darum,
daß wir einen Vorgeschmack von den verschiedenen Formen von Konzentration zu bekommen.
Was ist Shikantaza ?
“Shikan“ heißt in der Übersetzung „nichts als“ oder „nur“. „ta“ bedeutet soviel wie
„antreffen“ und „za“ „sitzen“. Daher bedeutet Shikantaza „kraftvolles Sitzen“.
Bei dieser Art des Sitzens benutzen wir keine Hilfsmittel wie das Zählen oder Verfolgen
 der Atemzüge oder ein Koan, und so besteht die viel eher die Gefahr,
daß wir in eine leeres, unkonzentriertes Sitzen verfallen. Daher ist für die Übung
des Shikantaza die richtige geistige Haltung von entscheidender Bedeutung.
Was ist die richtige geistige Haltung ?
Ein ruhiger, ausgeglichener und in sich verwurzelter Geist ist breit gegründet
wie z.B. der heilige Berg Fuji. Solch ein Geist ist wach und gespannt 
wie eine straffe Bogensehne (rinzen). Shikantaza ist eine Verfassung erhöhter Präsenz,
eine Verfassung, in der Du weder überspannt noch in Eile, weder lasch noch lässig bist.
Diese Präsenz gleicht dem Geist eines Menschen, der um sein Leben kämpft.
Stellen wir uns vor, wir kämpften in einem Duelle in jener Fechtkunst,
die im alten Japan üblich war. Wenn wir unserem Gegner gegenüber stehen,
sind wir jeden Augenblick wachsam, bestimmt und bereit.


Volker mit Schwert 


Wir können es uns in keinem Augenblick leisten, in unserer Wachsamkeit nachzulassen,
denn dann würden wir im gleichen Moment von unserem Gegner niedergeschlagen werden.
Eine Menge Volk strömt zusammen, um den Kampf zu sehen. Da wir nicht blind sind,
sehen wir diese aus dem Winkel unseres Auges, und da wir nicht taub sind,
hören wir sie auch. Aber in keinem Moment lässt unser Geist in seiner Wachsamkeit nach,
 lässt sich nicht für eine Sekunde von den Sinneswahrnehmungen gefangen nehmen.
Solche Verfassung lässt sich nicht für lange Zeit aufrechterhalten.
Shikantaza sollte nie länger als eine halbe Stunde geübt werden,
da sie sonst der Entwicklung geistiger Kraft abträglich ist.
Nach 30 Minuten der Übung stehen wir auf und üben das meditative gehen (kinhin),
bevor wir dann wieder  mit der Sitzübung fortfahren können.
Wenn das, was wir tun, echtes Shikantaza ist, wird unser Körper selbst in
unbeheizten Räumen im Winter schweißbedeckt sein wegen der durch
diese intensive Konzentration erzeugten inneren Hitze.
Wenn wir über einen zu langen Zeitraum hindurch sitzen,
wird der Geist seine Kraft verlieren. Wir ermüden, und am Ende werden unsere Bemühungen
weniger belohnt werden, als wenn wir uns in der Übung des Shikantaza’s 
auf Zeiträume von 30 Minuten beschränkt hätten.
Ein geübter Krieger scheint im Vergleich mit einem ungeübten Menschen
viel ausgeglichener und ruhiger. Aber ein Krieger hat eine lange und
harte Schule hinter sich gebracht, in der er sich anstrengen musste,
mit all seinen Kräften, um zu lernen, wie er sein Leben schützt.
Um seine Kampfkünste zu vervollkommnen übte er unentwegt und konzentriert
alle Techniken von Angriff und Verteidigung, schulte sein Auge, sein Ohr,
die Handgelenke und vieles mehr, bis er zu dem Punkt gekommen ist,
wo er ohne Anstrengung handeln konnte.
Das gleiche gilt für Shikantaza. Zu Beginn der Übung ist es schwierig,
ja anstrengend, diese anspruchsvolle und wache Geisteshaltung zu pflegen,
aber mit dem Fortschritt, der Reifung der Übung wird die Anspannung abgelöst
von einer Haltung, Verfassung, in der unser Geist ganz natürlich und ausgeglichen ist,
und dieses ohne die geringste Spur einer Anstrengung, obgleich unsre Wachsamkeit,
unsere Wahrnehmung, das Präsenzbewusstsein alles um uns erfasst.
Genauso wie ein gut ausgebildeter und geübter Samurai  in der Auseinandersetzung
ohne die geringste Anstrengung sein Schwert zieht und nichts als die Abwehr
oder der Angriff zählt, wird unser Sitzen, wenn wir uns in der Übung des
Shikantaza’s vervollkommnet haben, weder überspitzt noch zerstreut sein.
Wenn Ihr aber glaubt, Ihr könntet bereits am Anfang Eurer Übung mit der Haltung
und dem Geist eines Shikantaza-Schülers wetteifern, so irrt Ihr Euch.

Auszug aus der Vorlesung
„Über die Übung des Zen“
von Zen-Meister Hakuun Yasutani Roshi,
englische Übersetzung von Philip Kapleau,
aus dem englischen Text übertragen von G. von Minden.
Gefunden in
„Wunderbare Katze und andere Zen-Texte“
von Karlfried Graf Dürkheim 3. Auflage
erschienen im O.W. Barth Verlag 1975

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Tao-Chi, logo von Klaus D. Schiemann, Hier der Plan zum Weg ins Dojo  Duisburg
James, qi-gong, auch dao yin genannt: Die Übungen der alten Meister der Energie- und Bewußtseinsforschung. Danke für Ihren Besuch
Tai-Chi Ch'uan, Ocka Song : Der Übungsweg der Inneren  Kampfkünste zur Meisterschaft von Körper, Geist und Seele. Danke für Ihr Interesse.
ch'an Shaolim-Si Tao : Das Kung-Fu, die Kampfkunst der altehrwürdigen Meister
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Susanne Hieckel, Speer - Formen : In unsrem Archiv der Waffen zur Läuterung, Stabilisierung des Geistes. Viel Spaß beim stöbern

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  sondern diese Lehren auch durch wertvolle praktische Übungen
im Alltag gefestigt.
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Susanne Hiekel, ch'an / zen, das Sitzen üben. Die Befreiung des Geistes in der Übung der Stille.


Susanne Hiekel
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